23C3: Bericht über Erfolge gegen holländische Wahlcomputer
Die niederländische Kampagne “Wir vertrauen Wahlcomputer nicht” hat mit dem erfolgreichen Hack des Wahlcomputers von Nedap für einigen Wirbel gesorgt. Auf dem 23. Chaos Communication Congress (23C3) in Berlin berichtete die Initiative über die Erfolge und Probleme die im Verlauf der Kampagne auftraten.
Rop Gonggrijp von der niederländischen Initiative ‘Wir vertrauen Wahlcomputer nicht’ hat sich in den Niederlanden zum Ziel gesetzt, Wahlcomputer in der derzeitigen Form aus den Wahllokalen zu verbannen. Dazu hielt Gonggrijp einen Vortrag auf dem 23C3 in Berlin. In den Niederlanden werden zwei Wahlcomputer eingesetzt: Zum einen der Wahlcomputer der Firma Nedap und der Wahlcomputer der Firma SDU, beide ermöglichen jedoch keinen verifizierbaren Nachweis über die abgegebene Stimme.
Zu der Kampagne gehörte unter anderem das Beschaffen von Nedap-Wahlcomputern, von denen denen die Initiative zwei auf legalem Wege erworben hat und sich einen mit Hilfe eines niederländischen Fernsehsenders von staatlichen Stellen leihen konnte. Die Wahlcomputer waren zum Teil in einem unzureichend überwachten Lagerhaus aufbewahrt worden, was per Video dokumentiert wurde.
Zunächst wurde das Gerät untersucht und letztendlich auch erfolgreich durch den Austausch eines EEPROMs manipuliert. Mit dem Hack und der veröffentlichen Dokumentation hat die Initiative mit Hilfe des Chaos Computer Clubs für einigen Wirbel gesorgt. Zu der Hackerkampagne gehörte jedoch mehr als nur der eigentliche Hack des Gerätes. Vielmehr stand vor allem die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und demzufolge Medien für das Thema im Vordergrund.
So wurde etwa der Begriff des Wahlcomputers statt der Wahlmaschine konsequent genutzt. Der Bürger verbindet mit Computern viel eher Sicherheitsprobleme als etwa mit dem Begriff der Maschine. Auch wurde eine umfangreiche Recherche betrieben, um gegen eventuelle Argumente gewappnet zu sein. So gelang es der Initiative unter anderem herauszufinden, dass E-Voting sogar teurer sein kann als die herkömmliche Wahl mit Stimmzetteln. Der Einsatz der SDU-Wahlcomputer in Amsterdam soll etwa 2,7 Millionen Euro gekostet haben, verglichen mit 1,6 Millionen mit traditionellen Stimmzetteln.