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Russland sieht Skype als Sicherheitsrisiko

Die mächtigste Industrielobby Russlands sagt dem propäritären Internettelefonie-Dienst Skype den Kampf an. Skype sei eine Gefahr für russische Geschäftsinteressen und für die innere Sicherheit und müsse deshalb von staatlicher Seite eingeschränkt werden, heißt es in einer Mitteilung der Lobbyorganisation, die unter dem Namen Russische Union der Industriellen und Unternehmer (RSPP) auftritt. Prominente Unterstützung im Kampf gegen Skype & Co erhält die Initiative dabei vom mächtigen Premierminister der Russischen Föderation, Wladimir Putin, und mehreren hochrangigen Vertretern aus der russischen Telekommunikationsbranche.

In einer Arbeitsgruppe erörtert die Interessensvertretung derzeit die Möglichkeiten, um gewisse Sicherheitsvorkehrungen gegenüber Internettelefonie-Angeboten einzuführen. “Ohne staatliche Restriktionen weckt Internettelefonie bestimmte Sicherheitsbedenken”, so die Lobbyisten. “Die meisten Anbieter solcher Dienste in Russland, wie etwa Skype oder Icq, kommen aus dem Ausland. Es ist daher notwendig, heimische Unternehmen auf diesem Sektor zu beschützen.” Vitali Kotow, Vizepräsident in der Telekommunikationssparte der staatlichen Eisenbahngesellschaft TTK, richtete ebenfalls einen dringenden Appell an die staatlichen Regulatoren. Kotow fordert sie auf, den Gewinnrückgang, den Internettelefonie-Dienste den staatlichen Telekomanbietern verursachen, möglichst schnell zu stoppen.

Der russischen Lobbyisten und Telekommunikationswirtschaft jagt vor allem eine Statistik einen gehörigen Schrecken ein: Schätzungen zufolge sollen bereits 2012 mehr als 40 Prozent aller Telefongespräche in Russland über das Internet laufen. Weltweit nehmen bereits mehrere hundert Mio. Menschen das Angebot von Skype in Anspruch über das World Wide Web zu telefonieren. Die russischen Anbieter wollen sich diese starke Marktpenetration jedoch nicht gefallen lassen und ebenfalls in den Internettelefonie-Markt vordringen. So soll verhindert werden, dass ausländische Dienste den gesamten russischen Markt für sich allein in Anspruch nehmen. Valerij Ermakow, Vorstandsvorsitzender beim drittgrößten russischen Mobilfunkanbieter MegaFon, bestätigt das Interesse an diesem Markt: “Wir unterstützen die Idee eines beschränkten Wettbewerbs nicht, was wir wollen ist ein zivilisierter Markt”, wird Ermakow zitiert.

Laut TTK wird die entsprechende Gesetzesnovelle von einem speziellen Komitee, das sich aus führenden Telekom-Managern und Putin nahe stehenden Vertretern der Justiz zusammensetzt, bis September 2009 ausgearbeitet.

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