Die umstrittenen Äußerungen des Google-CEOs Eric Schmidt zum Thema Privatsphäre schlagen weiterhin hohe Wellen. Sinngemäß hatte Schmidt in einem Interview gemeint, wenn man was zu verbergen habe, dann solle man die entsprechende Handlung besser von vornherein unterlassen. Vor allem die Open-Source-Welt, zu der sich Google selbst zählt, zeigt wenig Verständnis für dessen Ausführungen. Der langjährige Mozilla-Entwickler Asa Dotzler hat Firefox-Nutzer jetzt gar den Umstieg von der voreingestellten Google-Suche auf Microsofts Bing empfohlen.
Bing schlägt Google beim Datenschutz
Wie Dotzler in seinem Blog ausführt, sei die Microsoft-Suchmaschine in puncto Datenschutz die bessere Wahl als Google. “Bing verknüpft die Suchanfragen nicht mit anderen Microsoft-basierten Web- und E-Mail-Accounts wie Google das mit Google Mail, Calendar und all den anderen Diensten tut”, so Dotzler. Die Suchanfragen seien daher auch nicht einem persönlichen Account zuzuordnen. “Googles Datenschutzbestimmungen bei der Suche haben mich immer ein wenig beunruhigt. Jetzt, da ich weiß, wie der Google-CEO über den Umgang mit der eigenen Privatsphäre denkt, mache ich mir umso größere Sorgen.”
Die scharfe Reaktion des Mozilla-Entwicklers ist insofern bemerkenswert, da die Mozilla Foundation über die voreingestellte Google-Suche in Firefox den Großteil ihrer Einnahmen erwirtschaftet. Würden alle Nutzer plötzlich nur mehr über Microsoft Bing suchen, ginge die Foundation leer aus, da derzeit kein Vertrag mit Microsoft besteht. Dotzler zufolge sollte diesbezüglich allerdings eine Kooperation angestrebt werden, zumal die absolute Monopolstellung von Google im Suchbereich ähnlich problematisch sei und Innovationen behindere wie einst Microsofts Dominanz beim Webbrowser.
Google umstritten
In der Open-Source-Community wird Google zunehmend ambivalent beurteilt. “Einerseits gibt es kaum ein anderes großes Unternehmen, das so stark mit der Open-Source-Community zusammenarbeitet. Gleichzeitig werden die Aktivitäten von Google natürlich auch von vielen sehr genau und kritisch beobachtet”, meint der Seamonkey-Entwickler Robert Kaiser.
So lange ein Unternehmen das Ziel verfolge, Innovationen und Verbesserungen für seine Nutzer bereitzustellen und die eigene Marktposition nicht im Sinne eines unfairen Wettbewerbs ausnutze, sei auch die Monopolstellung nicht das vordergründige Problem, meint Kaiser. “Wenn Microsoft erste Ansätze in Richtung Open Source ernsthaft weiterverfolgt und bei den Internetstandards konstruktiv mit den verschiedenen Communitys zusammenarbeitet, sind zukünftig sicher auch ähnliche Mozilla-Kooperationen denkbar, wie sie seit vielen Jahren mit Google existieren”, glaubt Kaiser. Die bisherige Unternehmenspolitik von Microsoft gemahne dabei allerdings zur Vorsicht.
Mozilla-Fans verwundert
Bei vielen eingefleischten Mozilla-Fans sorgt die vorsichtige Annäherung an Microsoft, wie sie Dotzler dezidiert einfordert, allerdings für Unverständnis. Wenn Microsoft oder Bing über die Firefox-Suchfunktion Geld verdiene, würden diese Erträge ohnehin nur wieder in die Entwicklung des schärfsten Firefox-Konkurrenten Internet Explorer fließen und indirekt Microsoft bessere Karten beim Browserkrieg verschaffen, so mehrere Nutzer in ihren Blogkommentaren. “Dass Microsoft derzeit viel in den Internet Explorer investiert und diesen zu einem modernen, schnellen und standardkonformen Browser machen will, ist bereits ein großer Gewinn”, entgegnet Dotzler.
Posted by admin at 5:55 pm on Dezember 12th, 2009.
Categories: Allgemein. Tags: Datenschutz, Google, Microsoft, Privatsphäre, Sicherheit.
Eine steigende Zahl von Überwachungskameras wird still und heimlich mit Gesichtserkennungstechnologien ausgestattet. Im australischen Sydney etwa plant der Immobiliengigant Westfield ein Einkaufszentrum mit der entsprechenden Technologie auszustatten. Dabei sollen aufgenommene Gesichter mit einer Datenbank abgeglichen werden, um Kriminelle leichter identifizieren zu können. Derartige Technologien waren vorher bereits am Sydney Airport eingesetzt worden.
Bereits von Unternehmen eingesetzt
Während die Sprecherin des Einkaufszentrum die geplante Neuerung nicht offiziell bestätigen wollte, wird der Sicherheitsbeauftragte des Shopping-Centers vom Sydney Morning Herald mit den Worten zitiert, dass Gesichtserkennung von vielen Unternehmen längst eingesetzt werde, ohne dass die Öffentlichkeit darüber Bescheid wisse. Jede Maßnahme zur Verbesserung der Sicherheit und um Täter besser überführen zu können sei willkommen.
Bei den Kamera- und Lösungsanbieter ist man indes um Zurückhaltung bemüht, zumal das Thema in Europa längst Datenschützer auf den Plan gerufen hat. “Wir bieten eine Reihe von intelligenten Lösungen an, wie etwa das automatische Zählen von Menschen in Einkaufshäusern oder Sportarenen. Die automatische Gesichtserkennung ist keine Standardanwendung. Auf Kundenwunsch arbeiten wir aber mit Software-Partnern zusammen, die eine derartige Technologie für unsere Systeme anbieten können”, erklärt Margareta Lantz, Unternehmenssprecherin von Kamerahersteller Axis Communications.
Umgang mit Videomaterial entscheidend
Die Bedenken hinsichtlich missbräuchlicher Verwendung von Daten nimmt der schwedische Konzern ernst. Gleichzeitig betont Lantz, dass “nicht die Kamera an sich Menschenrechte verletzen kann oder gefährlich ist.” Vielmehr sei das eine Diskussion darüber, wie man mit dem gewonnenen Videomaterial verantwortungsbewusst umgehe, so Lantz. Durch die offene Gestaltung der Systemschnittstellen sei es zudem schwer nachzuvollziehen, welche Kunden ihr erworbenes System auch nachträglich mit Gesichtserkennungstechnologien ausrüsten.
Während professionelle Lösungen derzeit kaum öffentlich diskutiert und wahrgenommen werden, tauchen derartige Technologien immer häufiger auch in Konsumenten-Lösungen wie Googles Bilderplattform Picasa oder Apples Fotosoftware iPhoto auf. In Skandinavien beschäftigt sich zudem seit Jahren das Start-up Polarrose mit dem Thema und bietet aktuell etwa eine Gesichtserkennungslösung für Bilder auf Facebook an.
Posted by admin at 6:02 pm on Dezember 11th, 2009.
Categories: Allgemein. Tags: Datenschutz, Privatsphäre, Videoüberwachung.
Das Pentagon hat ein Strategiespiel angekündigt, das Aufschluss über das Nutzerverhalten von Individuen und Gruppen im Internet geben soll. Die Teilnehmer werden dabei auf die Jagd nach zehn großen roten Ballons geschickt, die ausschließlich am 5. Dezember auf dem gesamten Bundesgebiet der Vereinigten Staaten sichtbar verteilt werden. Die erste Person oder Gruppe, die alle Standorte bestimmen kann, erhält ein Preisgeld in Höhe von 40.000 US-Dollar – zur Verfügung gestellt von der Forschungsabteilung des Pentagons “Darpa”. Dank des Internets ist die Teilnahme sogar weltweit möglich.
Ziel des Darpa-Spiels ist laut Pentagon, das Sozialverhalten von Nutzern in Computernetzwerken zu erlernen. Darüber hinaus werde studiert, wie per Internet vernetzte Teams Ressourcen und Verbindungen nutzen, um sich in Konkurrenzsituationen Vorteile und einen möglichen Informationsvorsprung zu verschaffen. Hierzulande werden offenbar keine vergleichbaren Feldversuche durchgeführt. Von der Bundeswehr war auf Nachfrage kein Kommentar erhältlich.
Taktische Manöver
Bislang ist ungewiss, welche Taktiken in derartigen Situationen angewendet werden, wird Darpa-Direktor Peter Lee von der New York Times zitiert. Manche Gruppen würden für die Ballonjagd bereits an eigens programmierten Software-Applikationen arbeiten. Lee zufolge dürfte auch mit großen Teams von Aufklärern zu rechnen sein.
Darüber hinaus sei wahrscheinlich, dass verschiedene Gruppen etwa durch die Streuung von Falschinformationen Täuschungsmanöver durchführen. Andere Teilnehmer wiederum könnten sich die notwendigen Standortinformationen im Internet erkaufen. Selbst bei einem kurzen internen Experiment der Agentur mit einem roten Ballon sei die Information über dessen Standort auf dem Online-Kleinanzeigendienst Craigslist zum Verkauf angeboten worden.
Weitere Wettbewerbe
Die Aufgabe der 1958 gegründeten Pentagon-Forschungsagentur Darpa ist, die USA vor “technologischen Überraschungen” zu schützen. Dazu wurden in der Vergangenheit bereits ähnliche Wettbewerbe durchgeführt, etwa um bei der technischen Entwicklung unbemannter Fahrzeuge voranzukommen. In Zukunft sei mit weiteren vergleichbaren Contests zu rechnen, um den verfügbaren “Pool talentierter Individuen und kreativer Gruppen” ausschöpfen zu können.
Posted by admin at 6:08 pm on Dezember 1st, 2009.
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Forscher an der Norwegian University of Science and Technology, kurz NTNU haben eine Lösung für digitale Signaturen von elektronischen Dokumenten entwickelt, die eine sehr hohe Sicherheit gegen Angriffe verspricht. “Für Endanwender wird der einzige Effekt sein, dass der Signatur-Prozess wesentlich schneller wird”, betont Svein Johan Knapskog, Leiter des Centre for Quantifiable Quality of Service in Communication Systems der NTNU.
Den Wissenschaftlern zufolge werden Signaturen dabei 10.000 mal schneller bereitgestellt als bei derzeit gängigen Kryptografie-Lösungen. Das Signaturschema trägt die Bezeichnung MQQ, nach der mathematischen Basis des Ansatzes, so genannten multivariaten quadratischen Quasigruppen.
Sicher und schnell
“Aufgrund der Art des Designs ist MQQ auch vor Quantum-Computing-Attacken sicher”, sagt Danilo Gilgoroski, Professor am NTNU Department of Telematics. Insbesondere kann das Signaturschema den Forschern zufolge nicht durch Algorithmen geknackt werden, die bei existierenden Standards wie RSA bereits erfolgreich waren. Knapskog betont, dass wohl kaum ein effektiverer Angriff auf MQQ als die Brute-Force-Methoden gefunden werden könne.
Das mit einer Falltürfunktion arbeitende MQQ ist den Wissenschaftlern zufolge auch einer der ersten Algorithmen, der speziell für parallele Verarbeitung mit Mehrkern-Prozessoren ausgelegt ist. Aktuelle Standards werden in Sachen Geschwindigkeit ausgestochen. Das Bereitstellen der Signatur ist den NTU-Forschern zufolge 10.000 mal schneller als auf Basis von RSA oder elliptischen Kurven (eliptical curve cryptography, ECC), während der Verifizierungsprozess sogar um einen Faktor 17.000 schneller geht.
Akzeptanzhürde
Das Technologietransfer-Büro der NTNU steht bereits in Kontakt mit Unternehmen, um zukünftige Anwendungsmöglichkeiten des patentierten Verfahrens zu klären. “Technisch wäre die Umsetzung einfach”, ist Knapskog überzeugt. Allerdings werde MQQ sicherlich mit dem allgemeinen Problem der bislang noch recht geringen Akzeptanz zu kämpfen haben, das auch die aktuellen Signaturlösungen auf anderer Basis betrifft. Wie lange es dauern wird, ehe der neue Ansatz zum Praxiseinsatz kommt, sei insgesamt schwer einzuschätzen.
Posted by admin at 1:15 pm on November 2nd, 2009.
Categories: Allgemein. Tags: Digitale Signatur, IT-Sicherheit, Kryptographie, Sicherheit, Verschlüsselung.
Das Amtsgericht Berlin erklärte die bisherige Gebührenpraxis der Fluggesellschaft für unzulässig, wie der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mitteilte. Der Verband hatte gegen Ryanair geklagt.
Der Billigflieger nimmt bislang für das Buchen von Reisen über seine Internetseite bei Zahlung mit Kreditkarte oder per Lastschrifteinzug von Konto eine Gebühr, die auf den Flugpreis aufgeschlagen wird. Kostenlos ist das Zahlen nur mit einer Visa-Electron-Karte möglich. Die sei allerdings wenig verbreitet und nur gegen eine hohe Jahresgebühr erhältlich, kritisierte der vzbv.
Eine echte Gegenleistung für die Zahlungsgebühren sei nicht ersichtlich, urteilten die Berliner Richter nach Angaben des vzbv. Der bargeldlose Zahlungsverkehr liege im eigenen Interesse der Fluggesellschaft, zumal sie keine Barzahlungen akzeptiere. Ryanair sei gesetzlich verpflichtet, die Zahlung für das Ticket anzunehmen. Dafür dürfe eine Fluggesellschaft kein gesondertes Entgelt verlangen. Die vzbv lobte das Urteil für die Kunden als “weiteren Schritt hin zu mehr Preistransparenz im Internet”. Der Verband hat nach eigenen Angaben seit Mitte 2006 bereits 50 Abmahn- und Klageverfahren gegen Fluggesellschaften.
Posted by admin at 10:23 am on Juni 16th, 2009.
Categories: Allgemein. Tags: Fluggesellschaft, Ryanair, Urteil, Verbraucherzentrale Bundesverband.